Der Römer ist seit 600 Jahren das Rathaus der Stadt Frankfurt am Main und mit seiner charakteristischen Treppengiebelfassade eines ihrer Wahrzeichen. Das mittlere der ursprünglich drei eigenständigen Gebäude am Römerberg ist das eigentliche Haus zum Römer. Als die Verwaltung der Stadt Frankfurt ein neues Domizil brauchte, kaufte der Rat am 11. März 1405 die beiden repräsentativen Bürgerhäuser mit dem Namen „Römer“ und „Goldner Schwan“ und machte sie zum Amtssitz mitten im Zentrum der damaligen Stadt schräg gegenüber St. Nikolai gelegen. Erst nach zähen Verhandlungen mit den Brüdern Kolner und ihrer Schwägerin konnte der Rat dabei ein gutes Geschäft unter Dach und Fach bringen. Er erwarb die beiden Häuser für 650 Gulden in bar und 65 Gulden Leibrente, was Zeitgenossen als einen unverschämt günstigen Handel bewunderten[1]. Warum das Bürgerhaus „Römer“ heißt, bleibt trotz historischer Recherchen weitgehend im Dunkeln.
Seit dem frühesten Mittelalter bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation 1806 Ort der meisten Königs- bzw. Kaiserwahlen und -krönungen, ist der Römer eines der herausragendsten Gebäude der deutschen Geschichte. Trotz schwerer Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und der daher vor allem im Inneren von der Nachkriegszeit geprägten Einrichtung ist er noch immer einer der bedeutendsten gotischen Profanbauten überhaupt.
Dennoch ist der Römer kein Museum, sondern wird von der Stadt in vielfältiger Weise genutzt, beispielsweise als Standesamt. Die Trausäle befinden sich im ersten und zweiten Obergeschoss des Hauses Löwenstein.
Quelle: Wikipedia